Mittwoch, 4. Februar 2015
eine Kurzgeschichte
moonyvampire, 13:01h
So ihr Lieben,
in meinem allerersten Blog möchte ich mit einer Geschichte anfangen, die ich bereits vor einigen Jahren geschrieben habe, die aber sicher noch aktuell ist und vielleicht gerade zum aktuellen Weltgeschehen passt.
Ich öffnete die Augen…
Ich öffnete die Augen und sah, dass draußen die Sonne schien. Niemand lag neben mir. Es war ein beruhigendes Gefühl, morgens aufzuwachen und zu wissen, dass dieser Tag ein guter wird und man tun und lassen kann, was man will. Nachdem ich langsam aufgestanden war und etwas gegessen hatte, entschloss ich mich, einen Spaziergang zu machen. Ich öffnete die Haustür und die warmen Sonnenstrahlen schienen mir entgegen. Ich lief und lief und wusste selber nicht genau, wohin. Also ließ ich den Zufall entscheiden und ging einen Weg, den ich vorher noch nie gegangen war. Niemand kam mir entgegen, ich war ganz allein. Gern hätte ich Jemanden bei mir gehabt, der mich kannte und mit dem ich alle meine Gedanken und Sorgen teilen konnte. Aber auf der anderen Seite genoss ich es ebenso, allein zu sein. Ich dachte darüber nach, was mich zurzeit beschäftigte. Mit irgendwas war ich unzufrieden, obwohl ich eigentlich gar keinen Grund dazu hatte. Alles in meinem Leben lief gut und doch gab es immer wieder Sachen, die mich traurig stimmten. Ich dachte darüber nach, warum manche immer alles bekommen, was sie wollen und andere nie. Oder warum wir Menschen eigentlich nie mit dem zufrieden sind, was wir haben. Und wenn wir dann doch haben, was wir wollen, wollen wir wieder etwas anderes. Es liegt wohl in der Natur des Menschen, das weiß ich. Trotzdem kommt es mir komisch vor. Warum denkt niemand an die Probleme anderer, sondern nur an sich selbst? Warum versuchen wir nicht zu ändern, was uns stört? Vielleicht sind wir zu bequem… oder einfach zu feige. Aber nicht alle Menschen sind so. Ich kenne Jemanden, der mir ähnlich ist. Ich habe manchmal das Gefühl, als wäre dieser Mensch mein zweites Ich, die verloren gegangene Hälfte. Gibt es sowas überhaupt? Oder bilde ich mir das alles nur ein? Jemanden, der ähnliche Gedanken und Ansichten hat, wie ich. Das Problem ist wahrscheinlich eher, dass dieser Jemand es einfach nicht merkt. Dieser Mensch sieht nicht, dass es irgendwo auf der Welt noch andere Menschen gibt, die ihn verstehen, weil es ihnen ähnlich geht.
Ich lief weiter diesen Weg entlang. An beiden Seiten war eine riesige Wiese, auf der die ersten Blumen zu blühen begonnen hatten. Etwas weiter weg erkannte ich eine Frau. Sie lief mir entgegen. Als wir uns trafen, unterhielten wir uns kurz. Ich kenne sie. Wir stellten fest, was für ein wunderschöner Tag das doch ist und redeten über belanglose Themen. Sie fragte mich, wie es mir geht und ob ich bei der Arbeit gut klarkomme. Von meinen anderen Gedanken wusste sie nichts. Ich sagte ihr auch nichts, denn sie hätte es sowieso nicht verstanden. Oder vielleicht doch? Ich weiß es nicht, denn ich hatte nie mit ihr darüber gesprochen. Vielleicht war sie ja die Sorte Mensch, die mit allem zufrieden ist und sich einfach an dem erfreut, was sie hat. Das ist ja nichts Negatives. Aber das war mir auch egal, denn ich mochte sie so oder so.
Nachdem ich ein Stück weiter gegangen war, war der Weg zu Ende. Vor mir sah ich eine große grüne Wiese. Ich lief ein Stück hinein und legte mich ins Gras, starrte in den Himmel und sah, wie die Wolken langsam vorüber zogen. Ich dachte weiter darüber nach, wieso manche Leute, die mich eigentlich gut kennen müssten, weil sie mir so ähnlich sind, denken, sie wissen nichts über mich. Und warum andere, die behaupten, mich zu kennen und zu mögen, noch nicht mal meinen Namen richtig schreiben konnten. Das ist doch verrückt. Ich schloss für einen kurzen Moment die Augen. Dann entschloss ich mich, weiter zu gehen, aber ich wusste nicht, wo ich war. Also lief ich einfach ein Stück weiter die Wiese entlang. Plötzlich sah ich von weitem das Gartenhaus meiner Verwandten. Ich lief einen steilen Abhang hinunter, der das Ende der Wiese kennzeichnete und fand mich vor dem Gartentor wieder. An so einem wunderschönen Tag musste doch Jemand dort sein. Ich öffnete das Tor und tatsächlich hörte ich schon aus dieser Entfernung das Geschrei der Kinder. Mein kleiner Cousin kam gleich auf mich zu gerannt und begrüßte mich. Ich mochte diese Leute sehr, die gleichzeitig zu meiner Familie gehörten, andererseits aber auch Freunde für mich waren. Ich war schon als Kind oft dort. Sie freuten sich immer über Besuch und waren sehr nett und gastfreundlich. Mit dem ältesten Sohn konnte ich mich immer gut unterhalten. Über alles, was uns zur Zeit so nervte. Wir schimpften über die Politik, über die Oberflächlichkeit vieler Leute und über das ganze System. Rassismus, Habgier, Leistungsdruck – was gibt es nicht alles Schlimmes auf dieser Welt, was einen Menschen kaputt und es einen schwer macht, sich frei zu entfalten. Jeder sucht seinen Platz auf dieser Welt und versucht, er selbst zu sein. Sich nicht verbiegen lassen und zu sich selbst stehen, egal was andere sagen. Auch abseits der Normen der Gesellschaft. Aber wir waren keine Rebellen. Ich bevorzuge den Ausdruck „kritische Jugend“, auch wenn wir oft auf das Unverständnis anderer Leute stießen. Aber das war uns egal. Die Oma brachte Kaffee. Wir setzten uns alle an den Tisch, auf den warm die Sonne schien. Wir spielten Karten, aßen, tranken und redeten. Das Gespräch tat mir gut. Und wieder wurde mir klar, worüber ich eben noch nachgedacht hatte: Man ist nicht alleine auf der Welt. Es gibt überall Menschen, die einem ähnlich sind und einen verstehen.
Nach einiger Zeit, als es bereits auf den Abend zuging, verabschiedete ich mich und machte mich auf den Rückweg. Es war ein schöner Tag. Als ich zu Hause ankam, war es fast dunkel. Als ich den Fernseher einschaltete, liefen gerade die Nachrichten. Irgendwo herrschte schon wieder Krieg. Kinder weinten und schrien und suchten nach ihren Eltern. Ich schaltete um. Auf dem nächsten Sender redeten sie über ein Kind, das unheilbar krank war. Es würde sterben, dabei war es noch nicht mal richtig auf der Welt. Als ich wieder umschaltete, hörte ich, dass in Afrika schon wieder Menschen an Hunger du Krankheit verstorben sind. Ich schaltete den Fernseher aus und dachte noch einmal über den heutigen Tag nach. Bei diesen Menschen schien die Sonne nicht… und es würde sicher auch noch lange länger dauern, bis es dort soweit war.
in meinem allerersten Blog möchte ich mit einer Geschichte anfangen, die ich bereits vor einigen Jahren geschrieben habe, die aber sicher noch aktuell ist und vielleicht gerade zum aktuellen Weltgeschehen passt.
Ich öffnete die Augen…
Ich öffnete die Augen und sah, dass draußen die Sonne schien. Niemand lag neben mir. Es war ein beruhigendes Gefühl, morgens aufzuwachen und zu wissen, dass dieser Tag ein guter wird und man tun und lassen kann, was man will. Nachdem ich langsam aufgestanden war und etwas gegessen hatte, entschloss ich mich, einen Spaziergang zu machen. Ich öffnete die Haustür und die warmen Sonnenstrahlen schienen mir entgegen. Ich lief und lief und wusste selber nicht genau, wohin. Also ließ ich den Zufall entscheiden und ging einen Weg, den ich vorher noch nie gegangen war. Niemand kam mir entgegen, ich war ganz allein. Gern hätte ich Jemanden bei mir gehabt, der mich kannte und mit dem ich alle meine Gedanken und Sorgen teilen konnte. Aber auf der anderen Seite genoss ich es ebenso, allein zu sein. Ich dachte darüber nach, was mich zurzeit beschäftigte. Mit irgendwas war ich unzufrieden, obwohl ich eigentlich gar keinen Grund dazu hatte. Alles in meinem Leben lief gut und doch gab es immer wieder Sachen, die mich traurig stimmten. Ich dachte darüber nach, warum manche immer alles bekommen, was sie wollen und andere nie. Oder warum wir Menschen eigentlich nie mit dem zufrieden sind, was wir haben. Und wenn wir dann doch haben, was wir wollen, wollen wir wieder etwas anderes. Es liegt wohl in der Natur des Menschen, das weiß ich. Trotzdem kommt es mir komisch vor. Warum denkt niemand an die Probleme anderer, sondern nur an sich selbst? Warum versuchen wir nicht zu ändern, was uns stört? Vielleicht sind wir zu bequem… oder einfach zu feige. Aber nicht alle Menschen sind so. Ich kenne Jemanden, der mir ähnlich ist. Ich habe manchmal das Gefühl, als wäre dieser Mensch mein zweites Ich, die verloren gegangene Hälfte. Gibt es sowas überhaupt? Oder bilde ich mir das alles nur ein? Jemanden, der ähnliche Gedanken und Ansichten hat, wie ich. Das Problem ist wahrscheinlich eher, dass dieser Jemand es einfach nicht merkt. Dieser Mensch sieht nicht, dass es irgendwo auf der Welt noch andere Menschen gibt, die ihn verstehen, weil es ihnen ähnlich geht.
Ich lief weiter diesen Weg entlang. An beiden Seiten war eine riesige Wiese, auf der die ersten Blumen zu blühen begonnen hatten. Etwas weiter weg erkannte ich eine Frau. Sie lief mir entgegen. Als wir uns trafen, unterhielten wir uns kurz. Ich kenne sie. Wir stellten fest, was für ein wunderschöner Tag das doch ist und redeten über belanglose Themen. Sie fragte mich, wie es mir geht und ob ich bei der Arbeit gut klarkomme. Von meinen anderen Gedanken wusste sie nichts. Ich sagte ihr auch nichts, denn sie hätte es sowieso nicht verstanden. Oder vielleicht doch? Ich weiß es nicht, denn ich hatte nie mit ihr darüber gesprochen. Vielleicht war sie ja die Sorte Mensch, die mit allem zufrieden ist und sich einfach an dem erfreut, was sie hat. Das ist ja nichts Negatives. Aber das war mir auch egal, denn ich mochte sie so oder so.
Nachdem ich ein Stück weiter gegangen war, war der Weg zu Ende. Vor mir sah ich eine große grüne Wiese. Ich lief ein Stück hinein und legte mich ins Gras, starrte in den Himmel und sah, wie die Wolken langsam vorüber zogen. Ich dachte weiter darüber nach, wieso manche Leute, die mich eigentlich gut kennen müssten, weil sie mir so ähnlich sind, denken, sie wissen nichts über mich. Und warum andere, die behaupten, mich zu kennen und zu mögen, noch nicht mal meinen Namen richtig schreiben konnten. Das ist doch verrückt. Ich schloss für einen kurzen Moment die Augen. Dann entschloss ich mich, weiter zu gehen, aber ich wusste nicht, wo ich war. Also lief ich einfach ein Stück weiter die Wiese entlang. Plötzlich sah ich von weitem das Gartenhaus meiner Verwandten. Ich lief einen steilen Abhang hinunter, der das Ende der Wiese kennzeichnete und fand mich vor dem Gartentor wieder. An so einem wunderschönen Tag musste doch Jemand dort sein. Ich öffnete das Tor und tatsächlich hörte ich schon aus dieser Entfernung das Geschrei der Kinder. Mein kleiner Cousin kam gleich auf mich zu gerannt und begrüßte mich. Ich mochte diese Leute sehr, die gleichzeitig zu meiner Familie gehörten, andererseits aber auch Freunde für mich waren. Ich war schon als Kind oft dort. Sie freuten sich immer über Besuch und waren sehr nett und gastfreundlich. Mit dem ältesten Sohn konnte ich mich immer gut unterhalten. Über alles, was uns zur Zeit so nervte. Wir schimpften über die Politik, über die Oberflächlichkeit vieler Leute und über das ganze System. Rassismus, Habgier, Leistungsdruck – was gibt es nicht alles Schlimmes auf dieser Welt, was einen Menschen kaputt und es einen schwer macht, sich frei zu entfalten. Jeder sucht seinen Platz auf dieser Welt und versucht, er selbst zu sein. Sich nicht verbiegen lassen und zu sich selbst stehen, egal was andere sagen. Auch abseits der Normen der Gesellschaft. Aber wir waren keine Rebellen. Ich bevorzuge den Ausdruck „kritische Jugend“, auch wenn wir oft auf das Unverständnis anderer Leute stießen. Aber das war uns egal. Die Oma brachte Kaffee. Wir setzten uns alle an den Tisch, auf den warm die Sonne schien. Wir spielten Karten, aßen, tranken und redeten. Das Gespräch tat mir gut. Und wieder wurde mir klar, worüber ich eben noch nachgedacht hatte: Man ist nicht alleine auf der Welt. Es gibt überall Menschen, die einem ähnlich sind und einen verstehen.
Nach einiger Zeit, als es bereits auf den Abend zuging, verabschiedete ich mich und machte mich auf den Rückweg. Es war ein schöner Tag. Als ich zu Hause ankam, war es fast dunkel. Als ich den Fernseher einschaltete, liefen gerade die Nachrichten. Irgendwo herrschte schon wieder Krieg. Kinder weinten und schrien und suchten nach ihren Eltern. Ich schaltete um. Auf dem nächsten Sender redeten sie über ein Kind, das unheilbar krank war. Es würde sterben, dabei war es noch nicht mal richtig auf der Welt. Als ich wieder umschaltete, hörte ich, dass in Afrika schon wieder Menschen an Hunger du Krankheit verstorben sind. Ich schaltete den Fernseher aus und dachte noch einmal über den heutigen Tag nach. Bei diesen Menschen schien die Sonne nicht… und es würde sicher auch noch lange länger dauern, bis es dort soweit war.
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